Gibt es zuwenig Schweizer IT-Spezialisten?
Das ist der Eindruck, wenn man sieht, dass bei uns mittlerweile jede 2. Stelle von einem ausländischen Staatsbürger besetzt wird.
Bewiesen ist, dass wir nicht genügend Spezialisten in ausgesuchten Fachrichtungen für unsere lokalen Kunden rekrutieren können.
Ein entscheidender Punkt dabei ist die geringe Menge von Spezialisten welche die Fachhochschulen und Universitäten liefern.
Ja aber, es gibt doch auch noch die Spezialisten, welche über die technischen Ausbildungen sich zu Spezialisten entwickeln.
Sicherlich helfen diese die Situation ein wenig zu entschärfen, nur verlangt der Markt vermehrt IT-Fachleute mit Hochschulabschluss, da es in der Schweiz immer weniger reine Entwicklungs-Arbeiten gibt. Die Tendenz ist ganz klar, dass immer mehr gesuchte IT-Fachleute ein Mix zwischen IT und Business-Spezialisten sind, d.h. Projektleiter mit Finanz-Kenntnissen, Entwickler mit strategischen Aufgaben, Consultants mit betriebswirtschaftlichem oder juristischem Background etc.
Zudem setzen viele Schweizer-Firmen die neusten Technologien und Software-Lösungen ein, manchmal sogar ohne dass Installationen bisher in der Schweiz getätigt wurden. Gerade im Bereich SAP sind wir oft gezwungen seltene spezielle Fachkenntnisse von neuen Branchenlösungen im Ausland zu rekrutieren, um hier ein Know-how Transfer vornehmen zu können.
Ein Vorwurf kann man den Schweizer-Fachleuten aber nicht machen, denn die Bereitschaft zur Weiterbildung ist sehr hoch und gerade in Positionen wo der Kontakt zu Kunden sehr stark ist, werden lokale Personen immer noch bevorzugt, da man sicherstellen möchte, dass die speziellen nationalen Gepflogenheiten sowie die sprachlichen Differenzen bekannt sind.
Einzig die fehlende geographische Flexibilität von vielen Schweizer Mitarbeitern, zwingt uns manchmal dazu ausländische Mitarbeiter dediziert suchen, insbesondere wenn die Arbeitsstellen ausserhalb der grösseren Center liegt.
Zum Schluss muss man aber auch festhalten, dass durch die ausländischen Fachkräfte kein Lohndumping vorgenommen wird, denn die wirklichen Spezialisten kennen ihren Wert sehr gut und dass die Schweiz höhere Löhne bezahlt als im Ausland ist auch bereits nicht mehr wahr; aus diesem Grund ist heute die bevorzugte Arbeitsweise von ausländischen Spezialisten die temporäre Anstellung als Contractor; vorzugsweise natürlich über Harvey Nash, weil wir ihnen das gesamte Package von der Niederlassungs-Bewilligung bis zur Rückzahlung von Pensionskassen-Beträge alles komplett abnehmen können.


